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Erfolgsstrategien für Manufakturen

Auch für Hersteller exklusiver Vorprodukte der Luxusgüterindustrie ändern sich die Marktbedingungen seit einigen Jahren dramatisch. Nicht nur der immer härtere Kampf um hochwertige Rohstoffe und steigende Komplexität globaler Logistikketten machen diesen Unternehmen zu schaffen, auch die zunehmende vertikale Integration bei den großen Luxusgüterkonzernen wie LVMH und Kering hinterlassen ihre Spuren. Wie das „Über“-Leben in der Nische auch bei kleineren Unternehmen dennoch gelingen kann, verriet uns Walter Kreis. Ein wahres Urgestein der internationalen Lederbranche. Als Geschäftsführer der letzten deutschen Gerberei für exotische Leder erlebt er die Veränderungen hautnah.

Zu seinen Kunden gehören neben fast allen namhaften Maßschuhmachern und Armbandherstellern auch große Modelabels und Luxusmarken. Seit dem aber Großabnehmer verstärkt in eigene Gerbereien – ja sogar in Alligatorfarmen – in Übersee investieren, sinkt deren Nachfrage rapide. Dennoch können auch diese Unternehmen nicht gänzlich auf die Lederhäute von Kreis verzichten. Er macht möglich, was die mittlerweile fest in Konzernstrukturen integrierten Gerbereien nicht mehr leisten können.

Die Maxime für ihn lautet deshalb: „hohe Flexibilität“. Die Fähigkeit Kleinstmengen in fast jeder erdenklichen Farbe innerhalb kürzester Fristen liefern zu können, ist ein unschlagbarer Wettbewerbsvorteil. Seine Fertigung hat er genau auf diese Alleinstellungsmerkmale hin getrimmt. Sowohl für die Musterkollektionen großer Luxusmarken, als auch die wachsende „Bespoke“-Gemeinschaft ein essentieller Entscheidungsfaktor. Regelmäßig verlassen so Pakete per Express die Gerberei in Richtung Frankreich und Italien.

Eine große Zukunftschance für seine Manufaktur sieht Kreis zudem in der steigenden Sensibilität der Endkunden für hohe Umweltstandards und die Hautverträglichkeit der Produkte. Als einzige Gerberei, wird Majunke in Kürze in der Lage sein, auch alle exotischen Leder vegetabil, d.h. ohne Zugabe hochgiftiger Stoffe auf Chrom-Basis, nach strengsten Deutschen Umweltstandards zu gerben.

Wer sich als pfiffiger Unternehmer die Stärken und Schwächen der großen Marktteilnehmer vor Augen führt, ist immer wieder in der Lage Nischen zu finden, das Angebot darauf hin zu schärfen und die Prozesse entsprechend zu optimieren.

Airbnb

Der Einfluss der Sharing-Economy auf die Luxusgüterbranche

Institutionen wie PwC, Bain, die BCG und andere beobachten seit einiger Zeit einen Wandel in der Nachfrage nach Luxusgütern vom besitzorientierten hin zum erlebnisorientierten Konsum. Das „Erleben“ wird dem „Besitzen“ immer häufiger vorgezogen, oder „Sein“ wird wichtiger als „Haben“.

Von diesem Wandel profitieren aktuell besonders stark Anbieter von Luxus- und Erlebnisreisen aber auch die Spitzengastronomie. Gerade die jüngere luxusaffine Zielgruppe (Millennials) ist immer weniger bereit, sogenannte „big tickets“ zu lösen oder anders gesagt viel Geld für nur einen Artikel auszugeben. Begriffe wie „ausleihen“ und „mieten“ (Besitz auf Zeit) aber auch „tauschen“ gewinnen an Bedeutung. Das Begehren Teil der Luxusgesellschaft zu sein, bleibt aber ein wichtiger Motivator. Eben nur unter geänderten Bedingungen. Vor diesem Hintergrund werden künftig die Anbieter besonders profitieren, die aus Konsumentensicht die Brücke vom Produkt zum Erlebnis am besten schlagen können.

Einige Start-ups haben das Potenzial der Sharing Economy im Luxusmarkensegment bereits erkannt. Online-Plattformen wie „Eleven James“, „Rent the Runway“ oder „Bag, borrow or steal“ bieten in erster Linie Artikel an, die sich durch einen hohen Einzelpreis bei gleichzeitig geringer Nutzungshäufigkeit auszeichnen. Dies betrifft insbesondere Designermode und Handtaschen aber auch Armbanduhren. Künftig werden derartige Geschäftsmodelle aber auch für langlebige Gebrauchsgüter wie Immobilien, Yachten und Autos wichtiger werden. Denn, immer weniger Luxuskunden möchten sich derartige Klötze ans Bein binden und genießen lieber die Flexibilität, häufiger etwas Neues ausprobieren zu können.

Große Hersteller von Luxusgütern beschäftigen sich intensiv mit Themen wie Digitalisierung, Ansprache jüngerer Zielgruppen im digitalen Zeitalter und ihrem Wachstum über eine vertikale Integration vor und nachgelagerter Wertschöpfungsstufen. Aber haben sie sich auch auf das veränderte Konsumverhalten eingestellt? Ich denke, noch nicht genug. Obwohl doch gerade im Bereich der „sharing-goods“ ein großes Potenzial für zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten und eine nachhaltige Kundenbindung liegt.

Künftig werden also besonders die Luxusgüterhersteller profitieren, die ihrem Produkt ein entsprechendes Dienstleistungsangebot zur Seite stellen und dem Kunden die Wahl lassen, ob sie einen Artikel lieber kaufen oder leihen wollen.

Einzelhandel 2020

Offline oder Online oder doch beides?

Während der vergangenen Monate haben wir uns intensiv mit der Thematik e-commerce für Luxusmarken und Manufakturen beschäftigt. Dabei haben wir interessante Erkenntnisse gewonnen.

Online goes Offline

Eine wachsende Zahl von Unternehmen, die als pure Onlineplayer begonnen haben erkennt zunehmend, dass eine Einzelhandelspräsenz viele Vorteile für sie bietet. Dabei kristallisieren sich seit einigen Jahren verschiedene Geschäftstypen heraus.

Erstens gewinnen Mono-Brand-Stores für Online-Marken an Bedeutung. Sie haben erkannt, dass sie mit eigenen Shops die Reichweite ihrer Marken deutlich erhöhen und außerdem dort gezielt neue Produkte testen und mit Kunden in den direkten Dialog treten können. Ein prominentes Beispiel ist Tesla, die ihren Vertrieb zunächst ausschließlich online organisierten. Mittlerweile entstehen aber mehr und mehr Showrooms.
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Claudia KrekelerDahler & CompanyMallorca 2011

Luxusimmobilien auf Mallorca

Dahler & Company Pto. de Andratx bedient potenzielle Immobilienkäufer aus Deutschland und anderen internationalen Märkten. Geschäftsführerin Claudia Krekeler war die erste internationale Lizenznehmerin des Hamburger Luxusimmobilienmaklers Dahler & Co. Wir trafen Frau Krekeler zu einem Gespräch über die Situation auf dem Luxusimmobilienmarkt, Entwicklungen und Motivationen.

Frau Krekeler, bei der Vielzahl an Immobilienmaklern auf Mallorca, wie differenziert sich da Ihr Angebot von dem Ihrer Wettbewerber?

Das ist relativ einfach zu beschreiben. Erstens haben wir uns in erster Linie darauf spezialisiert, nur hochwertige Immobilien in sehr interessanten Lagen in unser Angebot aufzunehmen. Und zweitens verfügen mein Team und ich über die notwendigen Ausbildungen, um unsere Kunden qualitativ hochwertig beraten zu können. Anfänglich haben wir uns vornehmlich auf Bauträgerobjekte oder Neubauprojekte konzentriert, Neubauwohnung in exklusiven Anlagen. Bestandsimmobilien sind dagegen häufig belastet, wie z. B. mit Feuchtigkeitsproblemen. Solche Probleme haben damit erst einmal ausgeklammert.

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Machen Sie auch eigene Projektentwicklung?

Nein, hier noch nicht. Das kommt vielleicht in der Zukunft. Ist im Moment aber noch nicht aktuell.

Damit wären dann natürlich auch andere Risiken verbunden?

Ich denke, das sind ganz unterschiedliche Geschäftsbereiche. Wobei Kollegen aus dem Gesellschafterbereich auch aus der Projektentwicklung kommen. Ich selber bin Innenarchitektin, habe hier auch selber gebaut und hatte mein eigenes Büro hier. Insofern wäre das schon möglich aber zunächst möchte ich erst einmal einen Bereich entwickeln und dann später auch über andere Geschäftsfelder nachdenken.

Ist es richtig, dass sich hier auf der Insel gleiche Objekte bei verschiedenen Maklern im Bestand befinden?

Ja. Das ist eher die Regel, denn die Ausnahme. Da es hier einen qualitativ sehr hochwertigen Wettbewerb gibt, haben Eigentümer die Sorge, dass sie einen potenziellen Kunden verpassen könnten. Und dann gibt es auch noch sehr Nationalitäten spezifisch orientierte Makler. Makler, die sind spezialisiert auf den skandinavischen Markt andere sind spezialisiert auf den russischen Markt. Somit wird ein Eigentümer natürlich versuchen diese Kunden anzusprechen und streut deshalb sein Angebot.

Was ist denn am Ende des Tages für den Kunden entscheidend über welchen Makler er sich für ein Objekt entscheidet?

Gut, im Prinzip ist es am Anfang erst einmal Glücksache, welchen Makler er findet bei seiner Suche. Meistens geht es über den Bekanntheitsgrad eines Maklers oder eben über die Webseite. Oder, dass man eine Annonce sieht in irgendeiner Zeitung oder in Druckmedien, die einen ansprechen.

Welche Aktivitäten und Maßnahmen ergreifen Sie, damit Sie Ihre potenziellen Kunden erreichen?

Wir sind in vielen Printmedien vertreten, wobei wir uns da eher auf den hochwertigen Bereich konzentrieren, z. B. in der Welt am Sonntag in Deutschland, allerdings wird die Marke Dahler & Co. von Deutschland aus auch schon stark beworben. In Hochglanzmagazinen sind wir vertreten, dann investieren wir derzeit sehr viel in unseren Internetauftritt. Das sind heutzutage so die wichtigsten Dinge. Daneben haben wir auch ein hauseigenes Magazin. Dieses versenden wir an unseren Verteiler mit einer Auflage von insgesamt 35.000 Exemplaren.

Wird das Magazin in Deutschland für die ganze Gruppe erstellt?

Ja. Auch zweisprachig inzwischen. Einen Teil der Auflage verwenden wir hier auf Mallorca. Neben dem Direktversand an unsere Kunden verteilen wir das DC Homes Magazin an besonderen Standorten hier auf der Insel.

Kooperieren Sie auch mit lokalen Unternehmen?D&C_Calle Congre_-28_29 copie

Ja. Wir sind Kooperationspartner von und verbunden mit der Gruppe von Sansibar und East. Dort haben wir auch unsere eigene Lounge. Dies ist derzeit unser größter Kooperationspartner. Aber wir haben auch schon Golfturniere gesponsert und waren dann dort auch vor Ort vertreten. Ich denke, dass unser Geschäft ein sehr persönliches ist. Man muss raus gehen und die Leute kennenlernen.

Wenn Sie sich den Immobilienmarkt aktuell auf Mallorca einmal anschauen stellen Sie fest, dass die Kunden heute andere Ansprüche haben als noch vor einiger Zeit? Worauf kommt es besonders an?

Wie auch schon früher und beim Immobilienmarkt im Allgemeinen ist die Lage von entscheidender Bedeutung und was hier noch hinzukommt ist die Qualität. Es gibt Geschichten von Leuten, die Immobilien hier auf Mallorca gekauft haben und waren sich nicht darüber bewusst, dass hier Bauqualität schlechter ist als z. B. in Deutschland. Deshalb sind das heute ganz entscheidende Faktoren.

Und wie gewährleisten Sie diese Qualität?

Nun, als Ingenieurin kann ich das natürlich besser einschätzen als ein „normaler“ Makler. Und ich kann den Interessenten auch darstellen, wie man Immobilien noch verändern und so einen Mehrwert erzielen kann.

Sie sagen, dass die Lage mitentscheidend ist. Aber was sind die konkreten Kriterien?

Gut, 90 oder 95 % der Interessenten, die erstmalig hier herkommen, suchen ein Objekt mit Meerblick. Wobei es im Laufe der Besichtigungen dann oftmals differenzierter gesehen wird. Weil man vielleicht etwas kleineres bekommt in einem schlechteren Zustand aber einem super Blick und das wiederum vergleicht mit einem Objekt, das vielleicht nicht so einen guten Meerblick hat, dafür aber größer ist oder eine bessere Qualität besitzt. Da muss dann abgeschätzt werden wie das in das individuelle Investitionsbudget passt.

Ist denn die Nachfrage nach Neuimmobilien größer als nach Bestandsimmobilien? Ich denke da an die für Mallorca so typischen Fincas.

Ja, Fincas sind immer noch gefragt, aber im Vergleich zu Neuimmobilien doch deutlich weniger interessant. Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass eine Finca immer sehr pflegeintensiv ist. Da hat man viel Land dabei, große Gärten. Man braucht einen Gärtner, einen der das Feld pflügt, der die Mandeln oder Oliven erntet. Ich sehe einen Trend von den ganz großen Anwesen weg zu pflegeleichteren Objekten. Teilweise sogar in sogenannten Gemeinschaftsanlagen, wo die Pflege auch während der Abwesenheit gewährleistet ist und wo ein Team ist, das man ansprechen kann.

_DSC7697 copie (2)Bieten Sie solche Dienstleistungen auch an?

Viele Dienste bieten wir als After-Sales-Service an. Unser Team hier ist komplett spanisch sprechend. Alle leben schon relativ lange auf der Insel. Ich habe Mitarbeiter hier, die seit ihrem zehnten Lebensjahr hier sind. Und somit können wir unseren Kunden in fast jeder Lebenslage auch behilflich sein.

Welche sind denn die bevorzugten Gebiete auf Mallorca?

Wir sind mit unserem Büro hier bewusst im Südwesten. Einmal weil hier die Infrastruktur am besten ist, die Lage zum Flughafen und nach Palma ideal ist und das Straßennetz hervorragend ausgebaut ist. Und natürlich weil hier schöne, gute und hoch-qualitative Objekte zu finden sind.  Der Südwesten ist sicherlich für Immobilienkäufer eine der beliebtesten Gegenden.  Und was wir auch während der Krise feststellen können, besonders der Bereich hier um Puerto de Andratx herum und sehr gute Lagen in Camp de Mar, also Gebiete, die nicht so sehr massentouristisch ausgelegt sind, sind nach wie vor stark gefragt.

Wie sehen Sie denn die Entwicklung in Port Adriano, nach dem dort mit sehr hohem Investitionsaufwand eine beeindruckende Marina gebaut wurde?

Die Marina gibt dem ganzen Gebiet natürlich einen enorm positiven Impuls. Das können wir feststellen. Der Markt im benachbarten Santa Ponca war sehr gut im vergangenen Jahr. Die Preise sind nach oben gegangen. Es wird sehr viel gebaut und es gibt kaum noch sehr gute Grundstücke.  Und wir stellen auch fest, dass das Gebiet um den Hafen herum, das früher eher lokal besetzt war, auch attraktiver wird.  Hier werden Objekte in erster Meereslinie sehr stark gesucht und ehemals uralte Villen umgebaut und früher brachliegende Grundstück bebaut.

Wie wird denn der Hafen eigentlich angenommen?

Gut, im Winter ist es dort natürlich ziemlich ruhig. So ein Objekt muss sich auch erst entwickeln. Viele Geschäfte haben im Winter geschlossen. Es liegen aber mittlerweile einige sehr, sehr große Yachten dort. Ich glaube, die Liegeplätze sind zwar noch nicht ganz ausverkauft aber die Nachfrage ist hoch. Meines Wissens sind nur noch etwa 30 % der Plätze verfügbar. Aber im Sommer brummt es dort richtig.

Ich habe festgestellt, dass in der Cala Llamp derzeit sehr viel gebaut wird. Sind Sie dort auch aktiv?

Sicher. Dort haben wir auch einige sehr attraktive Objekte und Grundstücke im Angebot. Die Entwicklung hier hängt damit zusammen, dass die Infrastruktur in der Cala Llamp vorher nicht vorhanden war. Keine ausgebauten Straßen, keine Wasser- und Abwasseranschlüsse. Aber dies wird jetzt sukzessive von der Gemeinde erschlossen und somit werden die Grundstücke auch bebaubar.

Wenn Sie einmal das gesamtwirtschaftliche Umfeld betrachten, gibt es einen Preisdruck auf die Immobilien?

Es kommt immer auf die Immobilie an. Bei Luxusimmobilien sehen wir beispielweise, dass Preise aufgerufen werden, die um ein Vielfaches höher liegen als noch vor einigen Jahren. Und trotz Krise sind bei solchen Objekten die Preise gestiegen. Dies sind Objekte, die in erster Lage gebaut werden, in einer Top Qualität, mit einem riesigen Platzangebot und die jeden erdenklichen Luxus bieten.  Und es gibt natürlich einige Spots, die einzigartig sind.

Bei den Ausstattungsmerkmalen, gibt es da Dinge, auf die Bauherren heute besonderen Wert legen?

Fußbodenheizung und die allgemeine technische Ausstattung sind besonders wichtig. Unsere vorwiegend europäische und besonders deutsche Klientel möchte hier nicht auf Ausstattungen verzichten, die sie von ihrer Heimat gewohnt sind. Im Zuge dessen haben sich viele deutsche  Bauträger und Bauunternehmer angesiedelt, die wissen worauf es ankommt. Hier hat sich in den letzten zehn Jahren sehr viel getan in Bezug auf Fenster, Elektroinstallationen und die Dämmung, was ein ganz großes Thema ist.

Wenn Sie die aktuelle Situation einmal in die Zukunft projetzieren, was sind denn Ihre Ziele für die nächsten Jahre?

In erster Linie wollen wir unseren guten Namen hier weiter stärken, die Bekanntheit steigern und uns gegenüber meinen Mitbewerbern behaupten. Sie werden vielleicht vermissen, dass ich die Nummer 1 werden möchte, aber wir möchten uns unter den Top 3 fest etablieren. Hierzu planen wir noch die Eröffnung eines weiteren Büros ins Palma, das dann möglicherweise unsere Zentrale wird.

Was erwarten Sie von einer Präsenz in Palma?

Wir haben ein sehr großes Gebiet, das wir betreuen. Es ist nicht unser Ansatz, in jeder Ecke der Insel ein eigenes Büro zu eröffnen, aber wir möchten dort schon unser Know-How bündeln und dann von dort aus unsere Aktivitäten noch besser steuern und das Gebiet optimal erschließen.

Sie erwähnten vorher, dass Sie seit 18 Jahren auf Mallorca leben. Darf ich Sie fragen, was Sie in Ihrer Freizeit so machen?

Ich habe eine Familie, die mich gut beschäftigt. Und dann habe ich noch ein Pferd. Das nutze ich jetzt allerdings nicht so häufig wie es mir lieb wäre, weil es meine Tätigkeit hier einfach derzeit nicht zulässt. Und dann treibe ich noch wenig Sport.

Wenn Sie Gelegenheitsbesuchern einen Insider-Tipp geben wollten, was würden Sie empfehlen?

Im Sommer in jedem Fall das Restaurant Cala Conils in Sant Elmo. Das ist sehr zu empfehlen. Aber das Schöne hier auf der Insel ist, es gibt immer etwas zu entdecken. Ich bin schon vor 25 Jahren mit meinem Käfer Cabrio über die Insel gefahren und habe sehr schöne Stellen gesehen. Mallorca ist so vielfältig, dass es schwer fällt, etwas besonders herauszustellen. Es gibt Ecken hier, die sind noch wie im Mittelalter. Auch die viele Feste, die hier gefeiert werden, sind sehr sehenswert. Einige sind zwar mittlerweile sehr kommerziell geworden, aber viele haben Ihren Charme und ihre Authentizität behalten.

Frau Krekeler, haben Sie vielen Dank für das Gespräch

Das Interview führte Wolfgang Stelling

Bildrechte: Dahler & Company/Mallorca

 

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Faszination Luxusuhr

Sie besteht eigentlich nur aus etwas Stahl, Zinn, Messing, Neusilber, wiegt keine 275 Gramm – und kostet doch unglaubliche 1,92 Mio. Euro. Die Grand Complication aus der deutschen Uhrenmanufaktur A. Lange & Söhne. Zu Beginn des Jahres auf der internationalen Uhrenmesse in Genf einem faszinierten Fachpublikum vorgestellt.

Ein dermaßen hochpreisiges Konsumgut wirft natürlich die Fragen auf, ob es erstens wirklich Menschen gibt, die bereit sind, ein mittleres Vermögen nur für eine mechanische Uhr auszugeben – und dies zweitens warum? Um die erste Frage vorweg zu beantworten: Ja, es gibt diese Menschen. Sogar weit mehr als jene sechs, die das Haus Lange mit der limitierten Stückzahl von lediglich sechs produzierten Exemplaren beglücken wird. Bleibt also die Frage nach dem Warum?

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Rodeo Drive

Ideenwettkampf – Wie Luxusmarken Wachstum schaffen

Ein Rekord jagt den nächsten. Die Luxusgüterkonzerne melden Bestleistungen und übertreffen sich gegenseitig mit ihren Umsatz- und Gewinnzahlen.

Die Richemont-Gruppe, zu der u. a. auch die Schmuck- und Uhrenmarke Cartier gehört, meldet regelmäßig Umsatzzuwächse. Im letzten Halbjahr 2015 stieg der Umsatz um 15% auf 5,8 Mrd. Euro. Der weltgrößte Uhrenhersteller SWATCH GROUP (u. a. Breguet, Omega, Glashütte Original) verzeichnete im vergangenen Jahr einen Umsatz von über 8 Mrd. Schweizer Franken. Der weltgrößte Luxusgüterkonzern LVMH (u. a. Luis Vuitton) konnte mit 16 % zweistellig wachsen und seinen Umsatz in 2015 auf 35,7 Mrd. Euro steigern. Nach einer schwierigen Phase während der Weltfinanzkrise, scheint die Luxusindustrie ihren Wachstumskurs jetzt wieder ungebremst fortsetzen zu können. Impulse und überproportionale Zuwächse resultieren dabei insbesondere aus der ausgesprochen positiven Geschäftsentwicklung in den asiatischen Märken.

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Der Promifaktor in der Werbung

George Clooney trinkt Nespresso und trägt Uhren von Omega. Roger Federer rasiert sich mit Gillette. Und Mike Krüger kauft seinen Werkzeugkasten bei Hagebaumarkt. Prominente sind in der Werbung omnipräsent. Warum das so ist, erklärt Dr. Frank Müller, Experte für Luxus und Unternehmenskommunikation.

Der Einsatz von Prominenten in der sogenannten Leitbild-Werbung ist kein Phänomen der Gegenwart. So ziert das Konterfeit Fürst von Bismarcks seit dem Ende des 19. Jahrhunderts die Flaschen des gleichnamigen Kornbrands. Die US-Schauspielerin Joan Crawford warb schon zu Zeiten für die Seife Lux, als die Bilder gerade erst das Laufen lernten, und Boxlegende Max Schmeling empfahl bereits in den 1950ern einen Trockenrasierer von Philipps. Leitbild-Werbung bedeutet in der Regel, dass bekannte Persönlichkeiten in Alltagssituationen gezeigt werden – neudeutsch: slice-of-life –, in denen sie für ein großes Publikum Produkte und Dienstleistungen testen. Solche Testimonials finden in der Werbung auch mit Personen Verwendung, die nicht prominent sind, z.B. wenn eine besorgte Mutter für ihre Familie den Haushalt durch den Gebrauch des richtigen Putzmittels keimfrei hält.

Doch in den Vorstellungen vieler Unternehmen scheint der Einsatz von Prominenten besonders erfolgsversprechend. Warum ist das so?

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Die Zukunft der Maßschuhe – Ein Interview mit Matthias Vickermann

Er ist einer der letzten seiner Zunft. Und ist Stolz darauf. Matthias Vickermann. Massschuhmacher aus Baden-Baden pflegt ein Handwerk, ohne das heutzutage ein modernes Leben nicht mehr denkbar wäre.

Jung, dynamisch, groß gewachsen, gut aussehend und gekleidet im Maßanzug. So kommt er daher, als wir ihn zu einem Gespräch in seinen Räumlichkeiten in Baden-Baden treffen. Matthias Vickermann entspricht so gar nicht dem Bild, das einem landläufig bei einem Schuhmacher in den Sinn kommt. Er verkörpert die neue Generation eines traditionellen Handwerks. Vorbei die Zeiten, in denen Maßschuhe eher prothetischen Charakter hatten. Eleganz, Hochwertigkeit und feinste Materialien sind die verbindenden Elemente aller Produkte, die die Werkstatt der beiden Protagonisten Matthias Vickermann und Martin Stoya verlassen.

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Fly me to the moon.

Wenn Kinder gefragt werden was sie später einmal werden möchten, lautet die Antwort nicht selten Astronaut. Aus nachvollziehbaren Gründen werden es dann aber die wenigsten tatsächlich. Seit im Jahr 2004 Sir Richard Branson zusammen mit Burt Rutan das Unternehmen Virgin Galactic gegründet hat ist die Chance, irgendwann einmal ins All zu gelangen, jedoch deutlich gestiegen. Und wer meint, schon alles zu haben oder zu kennen und den ultimativen Kick sucht, für den bietet sich seit 2013 eine neue Möglichkeit, seine Kindheitsträume zu verwirklichen.

Branson, Multimilliardär und Gründer des Virgin Imperiums, gibt offen zu, dass er mit Virgin Galactic einen seiner Kindheitsträume realisiert; einmal Schwerlosigkeit erleben. Gepaart mit seinem Gespür für Fortschritt und Geschäft schafft der Visionär, was viele vor nur einem Jahrzehnt für völlig unmöglich gehalten haben: Die touristische Erschließung des Weltraums.

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Wein

Schatztruhen – Artgerechte Haltung für edle Tropfen

Es sind kleine Vermögen, die sich in so manch einem Keller über die Jahre ansammeln. Die Rede ist hier nicht von Schmuck, Juwelen oder seltenen Briefmarken. Nein, wir sprechen von Weinen. Die besten Jahrgänge und Lagen liegen lieblos, ungeordnet und schlecht temperiert in Schränken und Abstellkammern. Bestenfalls lagern die Kostbarkeiten in wahllos zusammengekauften Weinregalen oder –kartons. Auch wer kein Weintrinker oder –kenner ist, hat doch spätestens seit den Meldungen über erzielte Höchstpreise bei Auktionen das Wertpotenzial der edlen Tropfen erkannt.

Aber ganz gleich, ob der Wein nun selbst verköstigt wird oder als Wertanlage dienen soll, auf die richtige Lagerung kommt es immer an. Denn: Nur gut erhaltene Weine sind eine wahre Genussfreude oder als echtes Anlageobjekt brauchbar. Aber wie werden Weine optimal gelagert und worauf muss bei der Einrichtung eines stilechten Weinkellers geachtet werden?

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