Einzelhandel 2020

Offline oder Online oder doch beides?

Während der vergangenen Monate haben wir uns intensiv mit der Thematik e-commerce für Luxusmarken und Manufakturen beschäftigt. Dabei haben wir interessante Erkenntnisse gewonnen.

Online goes Offline

Eine wachsende Zahl von Unternehmen, die als pure Onlineplayer begonnen haben erkennt zunehmend, dass eine Einzelhandelspräsenz viele Vorteile für sie bietet. Dabei kristallisieren sich seit einigen Jahren verschiedene Geschäftstypen heraus.

Erstens gewinnen Mono-Brand-Stores für Online-Marken an Bedeutung. Sie haben erkannt, dass sie mit eigenen Shops die Reichweite ihrer Marken deutlich erhöhen und außerdem dort gezielt neue Produkte testen und mit Kunden in den direkten Dialog treten können. Ein prominentes Beispiel ist Tesla, die ihren Vertrieb zunächst ausschließlich online organisierten. Mittlerweile entstehen aber mehr und mehr Showrooms.

Zweitens dienen Off-Price Geschäfte vielen Anbietern dazu, ihre Restposten, Retouren und Überbestände abzubauen. Diese Strategie verfolgen vorwiegend „Multi-Brand-Stores“ wie Zalando oder amazon. Sie treten damit unmittelbar in den Wettbewerb zu traditionellen Warenhäusern in den Innenstädten.

Drittens versuchen reine Online-Marken verstärkt beim filialisierten Einzelhandel Fuß zu fassen. Das Schokoladenlabel Chocri ist ein gutes Beispiel dafür. Eine besondere Symbiose entwickelt derzeit Karstadt. Als stationärer Einzelhändler will Karstadt strategisch seine Ladengeschäfte für Onlinemarken öffnen und hier Flächen für diese Unternehmen bereitstellen. U. a., um mögliche Onlinebestellung in den Kartstadt-Filialen abholen zu können.

Offline goes Online

Gerade im Luxusgütersegment haben viele Unternehmen den Trend verschlafen, oder waren zu zögerlich. Mittlerweile bewegt sich aber auch in diesem Segment viel. Sie haben erkannt, dass potenzielle Kunden heute einfacher und schneller über eine gute Online-Strategie zu erreichen sind.

Wie wichtig dies für die Zukunft ist, zeigt eine Prognose des Beratungsunternehmens Bain. Sie gehen aktuell davon aus, dass der Anteil der online eingekauften Luxusgüter von derzeit 8% auf 25% im Jahr 2020 wachsen wird. Insgesamt kann aber festgestellt werden, dass online und offline sich immer stärker vermischen bzw. ergänzen. Umso entscheidender wird für Luxusmarken, eine voll integrierte Strategie zu entwickeln und konsequent zu verfolgen. Die großen Luxusgüterkonzerne machen es vor.

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