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Hangar-7. Marketingmaschine oder echte Leidenschaft?

Was das Team um den Salzburger Architekten Volkmar Burgstaller hier erschaffen hat, ist einmalig und so wohl kaum zu wiederholen. In weniger als vier Jahren, vom Beginn der Planungen im Oktober 1999 an bis zu seiner Eröffnung im August 2003, entstand auf dem Gelände des Salzburger Flughafens eine „Flugzeuggarage“ und ein Technikmuseum der besonderen Art.

In Anlehnung an die Form einer Tragfläche schufen die Architekten aus 1.200 Tonnen Stahl und 380 Tonnen Spezialglas einen Anziehungspunkt für design- und architekturbegeisterte Menschen aus der ganzen Welt. Die Leichtigkeit der Konstruktion verschleiert das Gewicht der verwendeten Baustoffe auf gekonnte Art und Weise. Jede Scheibe dieses Gebäudes ist einzigartig. Insgesamt 1.754 verschiedene Glasflächen wurden verbaut und überragen eine Gesamtfläche von etwa 4.100 qm.

Der HANGAR-7 ist aber mehr als nur ein architektonisches Meisterwerk. Es ist vor allem Flugzeugmuseum, Heimat der „The Flying Bulls“ und Präsentationfläche des Motorsportengagements von Red Bull. Unter den Exponaten finden sich neben vielen liebevoll restaurierten Fluggeräten, die Luftfahrgeschichte geschrieben haben, auch Formel 1 Boliden, Rally-Fahrzeuge und Rennmotorräder. Zu den bemerkenswertesten Ausstellungstücken zählt neben den Rennfahrzeugen von Red Bull Racing, der Scuderia Toro Rosso und von Sauber Petronas sicherlich die umfangreiche Sammlung seltener und aufwendig restaurierter Luftfahrzeuge. Hobbypiloten und Interessierte werden sich von der imposanten Lockheed P-38L ebenso begeistern lassen wie von dem Doppeldecker PT-17 Stearman oder der North American B 25J „Mitchell“.

Gewartet und restauriert werden die Fluggeräte in dem gegenüberliegenden kleineren Hangar-8. In der architektonisch vergleichbar gestalteten Werft kümmert sich ein vielköpfiges Team internationaler Spezialisten um die technische Funktionsfähigkeit und die detaillierte Aufarbeitung jedes einzelnen Exponates. Denn sie sollen nicht nur ausgestellt sondern auch geflogen werden.

Auch aus botanischer Sicht hat der HANGAR-7 einiges zu bieten. Liebevoll in die Gesamtarchitektur integriert, sind hier so exotische Pflanzen zu bestaunen wie der Tamarindenbaum, Elefantenfuß oder der australische Grasbaum. Bekannter sind da Ölbaum, schwarze Olive sowie verschiedene Farn- und Palmenarten.

Ganz nebenbei fungiert der Hangar-7 aber auch als voll ausgestattetes Fernsehstudio. So erklärt sich dann auch die Vielzahl an Kameras, die wie Wachposten rund um eine nicht zu übersehende Sitzecke gruppiert in Position stehen. „Talk im Hangar-7“ wird hier produziert. Zu sehen ist diese Sendung bei Servus TV.

Auch wenn am Ende des Tages alles wohl eher als gigantische Markeninszenierung verstanden werden sollte lohnt ein Besuch dennoch. Sowohl für Motorsport- und Luftfahrtbegeisterte als auch für Architektur- und Botanik Fans.

Autor: Wolfgang Stelling/Bildrechte: L'Art de Vivre Management GmbH

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