Claudia KrekelerDahler & CompanyMallorca 2011

Luxusimmobilien auf Mallorca

Dahler & Company Pto. de Andratx bedient potenzielle Immobilienkäufer aus Deutschland und anderen internationalen Märkten. Geschäftsführerin Claudia Krekeler war die erste internationale Lizenznehmerin des Hamburger Luxusimmobilienmaklers Dahler & Co. Wir trafen Frau Krekeler zu einem Gespräch über die Situation auf dem Luxusimmobilienmarkt, Entwicklungen und Motivationen.

Frau Krekeler, bei der Vielzahl an Immobilienmaklern auf Mallorca, wie differenziert sich da Ihr Angebot von dem Ihrer Wettbewerber?

Das ist relativ einfach zu beschreiben. Erstens haben wir uns in erster Linie darauf spezialisiert, nur hochwertige Immobilien in sehr interessanten Lagen in unser Angebot aufzunehmen. Und zweitens verfügen mein Team und ich über die notwendigen Ausbildungen, um unsere Kunden qualitativ hochwertig beraten zu können. Anfänglich haben wir uns vornehmlich auf Bauträgerobjekte oder Neubauprojekte konzentriert, Neubauwohnung in exklusiven Anlagen. Bestandsimmobilien sind dagegen häufig belastet, wie z. B. mit Feuchtigkeitsproblemen. Solche Probleme haben damit erst einmal ausgeklammert.

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Machen Sie auch eigene Projektentwicklung?

Nein, hier noch nicht. Das kommt vielleicht in der Zukunft. Ist im Moment aber noch nicht aktuell.

Damit wären dann natürlich auch andere Risiken verbunden?

Ich denke, das sind ganz unterschiedliche Geschäftsbereiche. Wobei Kollegen aus dem Gesellschafterbereich auch aus der Projektentwicklung kommen. Ich selber bin Innenarchitektin, habe hier auch selber gebaut und hatte mein eigenes Büro hier. Insofern wäre das schon möglich aber zunächst möchte ich erst einmal einen Bereich entwickeln und dann später auch über andere Geschäftsfelder nachdenken.

Ist es richtig, dass sich hier auf der Insel gleiche Objekte bei verschiedenen Maklern im Bestand befinden?

Ja. Das ist eher die Regel, denn die Ausnahme. Da es hier einen qualitativ sehr hochwertigen Wettbewerb gibt, haben Eigentümer die Sorge, dass sie einen potenziellen Kunden verpassen könnten. Und dann gibt es auch noch sehr Nationalitäten spezifisch orientierte Makler. Makler, die sind spezialisiert auf den skandinavischen Markt andere sind spezialisiert auf den russischen Markt. Somit wird ein Eigentümer natürlich versuchen diese Kunden anzusprechen und streut deshalb sein Angebot.

Was ist denn am Ende des Tages für den Kunden entscheidend über welchen Makler er sich für ein Objekt entscheidet?

Gut, im Prinzip ist es am Anfang erst einmal Glücksache, welchen Makler er findet bei seiner Suche. Meistens geht es über den Bekanntheitsgrad eines Maklers oder eben über die Webseite. Oder, dass man eine Annonce sieht in irgendeiner Zeitung oder in Druckmedien, die einen ansprechen.

Welche Aktivitäten und Maßnahmen ergreifen Sie, damit Sie Ihre potenziellen Kunden erreichen?

Wir sind in vielen Printmedien vertreten, wobei wir uns da eher auf den hochwertigen Bereich konzentrieren, z. B. in der Welt am Sonntag in Deutschland, allerdings wird die Marke Dahler & Co. von Deutschland aus auch schon stark beworben. In Hochglanzmagazinen sind wir vertreten, dann investieren wir derzeit sehr viel in unseren Internetauftritt. Das sind heutzutage so die wichtigsten Dinge. Daneben haben wir auch ein hauseigenes Magazin. Dieses versenden wir an unseren Verteiler mit einer Auflage von insgesamt 35.000 Exemplaren.

Wird das Magazin in Deutschland für die ganze Gruppe erstellt?

Ja. Auch zweisprachig inzwischen. Einen Teil der Auflage verwenden wir hier auf Mallorca. Neben dem Direktversand an unsere Kunden verteilen wir das DC Homes Magazin an besonderen Standorten hier auf der Insel.

Kooperieren Sie auch mit lokalen Unternehmen?D&C_Calle Congre_-28_29 copie

Ja. Wir sind Kooperationspartner von und verbunden mit der Gruppe von Sansibar und East. Dort haben wir auch unsere eigene Lounge. Dies ist derzeit unser größter Kooperationspartner. Aber wir haben auch schon Golfturniere gesponsert und waren dann dort auch vor Ort vertreten. Ich denke, dass unser Geschäft ein sehr persönliches ist. Man muss raus gehen und die Leute kennenlernen.

Wenn Sie sich den Immobilienmarkt aktuell auf Mallorca einmal anschauen stellen Sie fest, dass die Kunden heute andere Ansprüche haben als noch vor einiger Zeit? Worauf kommt es besonders an?

Wie auch schon früher und beim Immobilienmarkt im Allgemeinen ist die Lage von entscheidender Bedeutung und was hier noch hinzukommt ist die Qualität. Es gibt Geschichten von Leuten, die Immobilien hier auf Mallorca gekauft haben und waren sich nicht darüber bewusst, dass hier Bauqualität schlechter ist als z. B. in Deutschland. Deshalb sind das heute ganz entscheidende Faktoren.

Und wie gewährleisten Sie diese Qualität?

Nun, als Ingenieurin kann ich das natürlich besser einschätzen als ein „normaler“ Makler. Und ich kann den Interessenten auch darstellen, wie man Immobilien noch verändern und so einen Mehrwert erzielen kann.

Sie sagen, dass die Lage mitentscheidend ist. Aber was sind die konkreten Kriterien?

Gut, 90 oder 95 % der Interessenten, die erstmalig hier herkommen, suchen ein Objekt mit Meerblick. Wobei es im Laufe der Besichtigungen dann oftmals differenzierter gesehen wird. Weil man vielleicht etwas kleineres bekommt in einem schlechteren Zustand aber einem super Blick und das wiederum vergleicht mit einem Objekt, das vielleicht nicht so einen guten Meerblick hat, dafür aber größer ist oder eine bessere Qualität besitzt. Da muss dann abgeschätzt werden wie das in das individuelle Investitionsbudget passt.

Ist denn die Nachfrage nach Neuimmobilien größer als nach Bestandsimmobilien? Ich denke da an die für Mallorca so typischen Fincas.

Ja, Fincas sind immer noch gefragt, aber im Vergleich zu Neuimmobilien doch deutlich weniger interessant. Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass eine Finca immer sehr pflegeintensiv ist. Da hat man viel Land dabei, große Gärten. Man braucht einen Gärtner, einen der das Feld pflügt, der die Mandeln oder Oliven erntet. Ich sehe einen Trend von den ganz großen Anwesen weg zu pflegeleichteren Objekten. Teilweise sogar in sogenannten Gemeinschaftsanlagen, wo die Pflege auch während der Abwesenheit gewährleistet ist und wo ein Team ist, das man ansprechen kann.

_DSC7697 copie (2)Bieten Sie solche Dienstleistungen auch an?

Viele Dienste bieten wir als After-Sales-Service an. Unser Team hier ist komplett spanisch sprechend. Alle leben schon relativ lange auf der Insel. Ich habe Mitarbeiter hier, die seit ihrem zehnten Lebensjahr hier sind. Und somit können wir unseren Kunden in fast jeder Lebenslage auch behilflich sein.

Welche sind denn die bevorzugten Gebiete auf Mallorca?

Wir sind mit unserem Büro hier bewusst im Südwesten. Einmal weil hier die Infrastruktur am besten ist, die Lage zum Flughafen und nach Palma ideal ist und das Straßennetz hervorragend ausgebaut ist. Und natürlich weil hier schöne, gute und hoch-qualitative Objekte zu finden sind.  Der Südwesten ist sicherlich für Immobilienkäufer eine der beliebtesten Gegenden.  Und was wir auch während der Krise feststellen können, besonders der Bereich hier um Puerto de Andratx herum und sehr gute Lagen in Camp de Mar, also Gebiete, die nicht so sehr massentouristisch ausgelegt sind, sind nach wie vor stark gefragt.

Wie sehen Sie denn die Entwicklung in Port Adriano, nach dem dort mit sehr hohem Investitionsaufwand eine beeindruckende Marina gebaut wurde?

Die Marina gibt dem ganzen Gebiet natürlich einen enorm positiven Impuls. Das können wir feststellen. Der Markt im benachbarten Santa Ponca war sehr gut im vergangenen Jahr. Die Preise sind nach oben gegangen. Es wird sehr viel gebaut und es gibt kaum noch sehr gute Grundstücke.  Und wir stellen auch fest, dass das Gebiet um den Hafen herum, das früher eher lokal besetzt war, auch attraktiver wird.  Hier werden Objekte in erster Meereslinie sehr stark gesucht und ehemals uralte Villen umgebaut und früher brachliegende Grundstück bebaut.

Wie wird denn der Hafen eigentlich angenommen?

Gut, im Winter ist es dort natürlich ziemlich ruhig. So ein Objekt muss sich auch erst entwickeln. Viele Geschäfte haben im Winter geschlossen. Es liegen aber mittlerweile einige sehr, sehr große Yachten dort. Ich glaube, die Liegeplätze sind zwar noch nicht ganz ausverkauft aber die Nachfrage ist hoch. Meines Wissens sind nur noch etwa 30 % der Plätze verfügbar. Aber im Sommer brummt es dort richtig.

Ich habe festgestellt, dass in der Cala Llamp derzeit sehr viel gebaut wird. Sind Sie dort auch aktiv?

Sicher. Dort haben wir auch einige sehr attraktive Objekte und Grundstücke im Angebot. Die Entwicklung hier hängt damit zusammen, dass die Infrastruktur in der Cala Llamp vorher nicht vorhanden war. Keine ausgebauten Straßen, keine Wasser- und Abwasseranschlüsse. Aber dies wird jetzt sukzessive von der Gemeinde erschlossen und somit werden die Grundstücke auch bebaubar.

Wenn Sie einmal das gesamtwirtschaftliche Umfeld betrachten, gibt es einen Preisdruck auf die Immobilien?

Es kommt immer auf die Immobilie an. Bei Luxusimmobilien sehen wir beispielweise, dass Preise aufgerufen werden, die um ein Vielfaches höher liegen als noch vor einigen Jahren. Und trotz Krise sind bei solchen Objekten die Preise gestiegen. Dies sind Objekte, die in erster Lage gebaut werden, in einer Top Qualität, mit einem riesigen Platzangebot und die jeden erdenklichen Luxus bieten.  Und es gibt natürlich einige Spots, die einzigartig sind.

Bei den Ausstattungsmerkmalen, gibt es da Dinge, auf die Bauherren heute besonderen Wert legen?

Fußbodenheizung und die allgemeine technische Ausstattung sind besonders wichtig. Unsere vorwiegend europäische und besonders deutsche Klientel möchte hier nicht auf Ausstattungen verzichten, die sie von ihrer Heimat gewohnt sind. Im Zuge dessen haben sich viele deutsche  Bauträger und Bauunternehmer angesiedelt, die wissen worauf es ankommt. Hier hat sich in den letzten zehn Jahren sehr viel getan in Bezug auf Fenster, Elektroinstallationen und die Dämmung, was ein ganz großes Thema ist.

Wenn Sie die aktuelle Situation einmal in die Zukunft projetzieren, was sind denn Ihre Ziele für die nächsten Jahre?

In erster Linie wollen wir unseren guten Namen hier weiter stärken, die Bekanntheit steigern und uns gegenüber meinen Mitbewerbern behaupten. Sie werden vielleicht vermissen, dass ich die Nummer 1 werden möchte, aber wir möchten uns unter den Top 3 fest etablieren. Hierzu planen wir noch die Eröffnung eines weiteren Büros ins Palma, das dann möglicherweise unsere Zentrale wird.

Was erwarten Sie von einer Präsenz in Palma?

Wir haben ein sehr großes Gebiet, das wir betreuen. Es ist nicht unser Ansatz, in jeder Ecke der Insel ein eigenes Büro zu eröffnen, aber wir möchten dort schon unser Know-How bündeln und dann von dort aus unsere Aktivitäten noch besser steuern und das Gebiet optimal erschließen.

Sie erwähnten vorher, dass Sie seit 18 Jahren auf Mallorca leben. Darf ich Sie fragen, was Sie in Ihrer Freizeit so machen?

Ich habe eine Familie, die mich gut beschäftigt. Und dann habe ich noch ein Pferd. Das nutze ich jetzt allerdings nicht so häufig wie es mir lieb wäre, weil es meine Tätigkeit hier einfach derzeit nicht zulässt. Und dann treibe ich noch wenig Sport.

Wenn Sie Gelegenheitsbesuchern einen Insider-Tipp geben wollten, was würden Sie empfehlen?

Im Sommer in jedem Fall das Restaurant Cala Conils in Sant Elmo. Das ist sehr zu empfehlen. Aber das Schöne hier auf der Insel ist, es gibt immer etwas zu entdecken. Ich bin schon vor 25 Jahren mit meinem Käfer Cabrio über die Insel gefahren und habe sehr schöne Stellen gesehen. Mallorca ist so vielfältig, dass es schwer fällt, etwas besonders herauszustellen. Es gibt Ecken hier, die sind noch wie im Mittelalter. Auch die viele Feste, die hier gefeiert werden, sind sehr sehenswert. Einige sind zwar mittlerweile sehr kommerziell geworden, aber viele haben Ihren Charme und ihre Authentizität behalten.

Frau Krekeler, haben Sie vielen Dank für das Gespräch

Das Interview führte Wolfgang Stelling

Bildrechte: Dahler & Company/Mallorca

 

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